Der EconWatSim-Modellierungsrahmen besteht aus einem räumlichen Optimierungsmodell für den Wassersektor (MYWAS) und einem gesamtwirtschaftlichen Modell (STAGE_W), die durch den iterativen Austausch von Variablen miteinander verknüpft sind. EconWatSim kann zur ex-ante Analyse einer Vielzahl exogener Schocks eingesetzt werden und liefert detaillierte Ergebnisse sowohl für den Wassersektor als auch für die Gesamtwirtschaft.
Der integrierte Economic Water Simulation (EconWatSim)-Modellierungsrahmen besteht aus zwei miteinander verknüpften Modulen: MYWAS (Multi-Year Water Allocation System), ein Optimierungsmodul für den Wassersektor, das eine detaillierte Abbildung der Topografie sowie der Wasserinfrastruktur bereitstellt, und STAGE_W (STatic Applied General Equilibrium model focussed on Water), ein allgemeines Gleichgewichtsmodell, das die Verknüpfungen zwischen dem Wassersektor und der Gesamtwirtschaft erfasst, indem es alle relevanten Wirtschaftsakteure wie Haushalte, Unternehmen und den Staat und deren Interaktionen auf Güter- und Faktormärkten abbildet.
Die beiden Module sind durch den iterativen Austausch von Ergebnisvariablen miteinander verknüpft. Der Modellrahmen bildet unter anderem ab:
- ein breites Spektrum an Wasserbewirtschaftungsoptionen (einschließlich unterschiedlicher Preissysteme und Kostendeckungsmaßnahmen innerhalb und außerhalb des Wassersektors),
- verschiedene Wasserqualitäten und die damit verbundenen Bereitstellungskosten, sowie
- nicht-ertragswirksames Wasser (z. B. Leckagen, für die Natur reserviertes Wasser oder an Nachbarregionen übertragenes Wasser).
Der Ansatz verbindet zwei komplementäre Perspektiven: einerseits eine detaillierte, räumliche Abbildung des Wassersektors und andererseits eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung. EconWatSim ermöglicht dadurch eine tiefgehende Wohlfahrtsanalyse auf Haushaltsebene, die von den Einzelmodellen allein nicht geleistet werden könnte. Beispielsweise können sowohl räumliche Heterogenität als auch Fixkosten der Wasserversorgung berücksichtigt werden.
Der integrierte Modellierungsrahmen erlaubt somit eine ganzheitlichere Analyse der Auswirkungen von Veränderungen im Wassersektor und unterstützt die Entwicklung kohärenter Politiken im Wasser-Energie-Nahrungsmittel-Nexus. Damit trägt er zu einer effizienteren, nachhaltigeren und integrierteren Bewirtschaftung knapper Wasserressourcen bei. Zudem ist das Modell generisch formuliert, sodass es in unterschiedlichen Ländern und für eine Vielzahl von Politikfragen anwendbar ist.