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Datengetriebener Algorithmus zur Grundwasser-Messnetzoptimierung

#Grundwasser #Messnetzoptimierung #Algorithmen #Datenanalyse #Wassermanagement
Schematische Darstellung eines Workflows zur Optimierung von Grundwassermessnetzen mit PySensors. Links sind zwei mögliche Eingabedatensätze dargestellt: Im eindimensionalen Fall werden mehrere Grundwasserganglinien verwendet, die in Trainings- und Testdaten aufgeteilt sind. Im zweidimensionalen Fall dienen zeitlich aufeinanderfolgende räumliche Rasterkarten als Eingabe; zusätzlich kann eine räumliche Kostenfunktion berücksichtigt werden. In der Mitte zeigt ein grauer Kasten die drei Arbeitsschritte von PySensors: Training der Daten, auf QR-Faktorisierung basiertes Ranking der Messstellen und Prüfung der Rekonstruktion anhand der ausgewählten Standorte. Rechts sind die Ergebnisse dargestellt. Für eindimensionale Daten werden Messstellen nach ihrem Informationsgehalt geordnet und das Messnetz kann reduziert werden. Für zweidimensionale Daten können bestehende Standorte entfernt oder geeignete Positionen für zusätzliche Messstellen ermittelt werden.
Bei der Messnetzoptimierung werden Grundwassermessstellen beziehungsweise deren Ganglinien (im 1D-Fall) anhand eines auf QR- Faktorisierung basierten Verfahrens nach ihrem Informationsbeitrag zum Gesamtsystem einstufen. Das daraus resultierende Ranking ermöglicht eine Bewertung der Effizienz des bestehenden Messnetzes. So lassen sich beispielsweise Standorte mit geringem Informationsgehalt mithilfe aussagekräftigerer Ganglinien rekonstruieren. Darüber hinaus kann der Ansatz auf die Fläche (2D-Fall) übertragen werden, um geeignete Positionen für zusätzliche Messstellen zu identifizieren.

Das datengetriebene Verfahren optimiert Grundwassermessnetze basierend auf ihrem Informationsgehalt. Es identifiziert redundante Messstellen oder Positionen für neue Messstellen und ermöglicht so ein effizientes Wassermanagement.

Die informationsbasierte Messnetzoptimierung unterstützt Betreiber von Grundwassermessnetzen dabei, bestehende Strukturen datenbasiert zu bewerten, gezielt anzupassen und für zukünftige Überwachungsaufgaben weiterzuentwickeln. Ziel ist ein ausgewogenes Messnetz mit möglichst hohem Informationsgehalt bei zugleich geringem Wartungs- und Betriebsaufwand.

Grundlage des Verfahrens ist die Methode „Sparse Sensor Placement Optimization for Reconstruction“ (SSPOR), umgesetzt mit PySensors. Historische Ganglinien, z.B. des Grundwasserstandes, werden analysiert, um wiederkehrende Muster und besonders aussagekräftige Dynamiken zu erkennen. Anschließend werden die Messstellen mithilfe einer Dimensionsreduktion und QR-Faktorisierung nach ihrem Beitrag zum Gesamtsystem gerankt. Rang 1 kennzeichnet dabei eine besonders informative Messstelle.

Auf Basis des Rankings lässt sich untersuchen, welche Standorte für die Beschreibung des Grundwassersystems besonders wichtig sind und welche Ganglinien durch höher priorisierte Messstellen rekonstruiert werden können. Der berechnete Rekonstruktionsfehler ermöglicht eine transparente Bewertung möglicher Netzreduktionen und des damit verbundenen Informationsverlustes. Dadurch können verschiedene Szenarien – beispielsweise der Erhalt von 25, 50 oder 75 Prozent der höchstplatzierten Messstellen – systematisch verglichen werden.

Die Ergebnisse unterstützen die Auswahl repräsentativer Teilmessnetze, die Priorisierung von Standorten für neue Sensoren oder Datenlogger, die Anpassung von Beprobungsintervallen und die Planung gezielter Messkampagnen. Zugleich liefert das Ranking Einblicke in die Dynamik des Systems: Besonders informative Messstellen zeigen im Beispiel des Grundwasserstandes häufig schnelle Reaktionen, ausgeprägte Schwankungen sowie Einflüsse von Oberflächengewässern oder anthropogenen Eingriffen. Bei einer Übertragung auf räumliche Rasterdaten kann das Verfahren zudem zur Identifikation geeigneter Positionen für zusätzliche Messstellen eingesetzt werden.

Demonstriert wurde der Ansatz an Grundwasserstandsmessnetzen bereits mehrmals. Im LURCH-Projekt KIMoDIs wurde der Einsatz für die multivariate Optimierung eines Messnetzes für mehr als nur einen Parameter demonstriert, indem eine kombinierte Optimierung eines Grundwasserstands und Grundwassertemperatur-Messnetzes entwickelt wurde.

Voraussetzung für den Einsatz sind räumlich und zeitlich ausreichend verfügbare sowie lückenlos aufbereitete Eingangsdaten. Da das bestehende Messnetz als Gesamtsystem betrachtet wird, ersetzt die Methode keine risikobasierte oder zustromorientierte Standortbewertung, sondern ergänzt diese um eine objektive, informationsbasierte Entscheidungsgrundlage.

Wasser­ressource: Grundwasser
Produkttyp:
  • Managementkonzepte & Bewertungen
  • Modelle & Software-Tools
Anwendungs­sektor: Naturraum Wasser, Städte und Kommunen, Wasserwirtschaft
Fördermaßnahme: LURCH
Projekt: KIMoDIs

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