Zurück zur Liste

Pilotanlage zur künstlichen Grundwasseranreicherung aus Starkregen

#Grundwasseranreicherung #Flut #Dürre #Klimawandelanpassung #Monitoring
Ansicht der oberirdischen technischen Elemente der Aufbereitung mit Zyklonabscheidern, Betonschacht mit Aktivkohlefiltern (Mall Umweltsysteme), orangenem Kunststoffschacht mit Adsorberkartuschen (REHAU Group), Rohrleitungen und Messcontainer.
Aufbereitungs- und Monitoringeinheit der Anlage zur direkten Infiltration von Starkregen in einen 15 m mächtigen, kiesigen Grundwasserleiter.

Die gezielte Infiltration von überschüssigem Oberflächenwasser ermöglicht die nachhaltige Wiederauffüllung von Grundwasserleitern und stärkt deren Resilienz gegenüber dem Klimawandel. Die Smart-SWS-Pilotanlage in der Hallertau demonstriert, wie sich Flut- und Dürreschutz damit erfolgreich koppeln lassen.

Die Hallertau ist eine Region, die stark von sinkenden Grundwasserständen, einer hohen Belastung durch intensive Landwirtschaft sowie einem schnellen Oberflächenabfluss infolge ihrer ausgeprägten Morphologie betroffen ist. Vielerorts wird oberflächlich abfließendes Wasser zum Schutz vor Überschwemmungen in Rückhaltebecken gepuffert. Da dieses Wasser anschließend jedoch zügig in die Vorflut abfließt, steht es der Region langfristig nicht zur Verfügung und kann nicht zur Stabilisierung des Wasserhaushalts beitragen.

Im Projekt „Smart-SWS“ wurde eine technische Pilotanlage entwickelt und umgesetzt, die Flut- und Dürreschutz kombiniert. Das in einem Rückhaltebecken gesammelte Wasser kann über diese Anlage mit einer Rate von bis zu 25 L/s aktiv dem Grundwasserleiter zugeführt werden. Dafür wird das Wasser zunächst über Zyklonabscheider und Aktivkohlefilter gereinigt, bevor es über einen 30 m tiefen Brunnen direkt in das obere Grundwasserstockwerk infiltriert wird. Ein kontinuierliches Monitoring sowie regelmäßige Wartungsmaßnahmen sind zentrale Bestandteile des Betriebs, um die langfristige Funktionsfähigkeit und Verträglichkeit des Systems sicherzustellen. Aufgrund der geringen Fließgeschwindigkeiten im Aquifer kann das eingebrachte Wasser lokal gespeichert werden, ohne Verdunstungsverluste oder zusätzlichen Flächenverbrauch. Damit steht es dem Grundwasserökosystem und zeitlich versetzt den regionalen Nutzern wieder zur Verfügung.

Das System dient als Blaupause für dezentrale Anpassungsmaßnahmen im Umgang mit klimawandelbedingten Wasserextremen. Durch die umfassende Datenerhebung im Betrieb werden zudem bestehende Unsicherheiten hinsichtlich rechtlicher, hydrogeologischer und technischer Rahmenbedingungen reduziert und eine Grundlage für die Übertragbarkeit auf andere Regionen geschaffen.

Wasser­ressource: Grundwasser, Oberflächenwasser, Regenwasser
Produkttyp:
  • Technologien & Verfahren
TRL: 6
    TRL (Technology Readiness Level)
  • TRL 1 - Grundprinzipien beobachtet
  • TRL 2 - Technologiekonzept formuliert
  • TRL 3 - Experimenteller Nachweis des Konzepts
  • TRL 4 - Technologie im Labor überprüft
  • TRL 5 - Technologie in relevanter Umgebung überprüft (bei Schlüsseltechnologien im industrieorientierten Umfeld)
  • TRL 6 - Technologie in relevanter Umgebung getestet (bei Schlüsseltechnologien im industrieorientierten Umfeld)
  • TRL 7 - Test eines System-Prototyps im realen Einsatz
  • TRL 8 - System ist komplett und qualifiziert
  • TRL 9 - System funktioniert in operationeller Umgebung (bei Schlüsseltechnologien oder Raumfahrt wettbewerbsfähige Fertigung)
Anwendungs­sektor: Landwirtschaft, Naturraum Wasser
Fördermaßnahme: WaX
Projekt: Smart-SWS

Kontakt und Partner


Logo Technische Universität München
  • Technische Universität München,
  • Arcisstraße 21,
  • 80333 München
https://www.tum.de
Prof. Dr. Thomas Baumann
  • tbaumann@tum.de
  • 089 289-25843

AQUASOIL Ingenieure & Geologen GmbH,
Westheim
Technische Hochschule Deggendorf,
Deggendorf
SPEKTER GmbH,
Herzogenaurach

Mediathek


Das könnte Sie auch interessieren