Der Klimawandel stellt Wasserbehörden vor die Herausforderung, bereits heute über Wasserentnahmen und Nutzungskonkurrenzen zu entscheiden, obwohl erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung bestehen. Auf Basis von über 40 Interviews zeigen wir praxiserprobte Strategien auf, von restriktiverer Genehmigungspraxis bis hin zu neuen Kooperationsmodellen, mit denen Behörden diese Herausforderungen bewältigen. Die identifizierten Strategien fassen wir in einer Handreichung zusammen, die insbesondere Wasserbehörden eine praxisnahe Orientierung für den Umgang mit klimabedingten Unsicherheiten und Nutzungskonkurrenzen bietet.
Die Grundwasserverfügbarkeit in Deutschland verändert sich durch den Klimawandel und steigende Nutzungsansprüche zunehmend. Vor dem Hintergrund von möglichen Wassermangelsituationen rückt die mengenmäßige Bewirtschaftung des Grundwassers stärker in den Fokus wasserwirtschaftlicher Entscheidungsprozesse. Viele Wasserbehörden stehen dabei vor der Herausforderung, bereits heute über Wasserentnahmen und Nutzungskonkurrenzen zu entscheiden, obwohl erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Grundwasserressourcen bestehen. Basierend auf über 40 Interviews im StressRes-Projekt identifizieren wir zentrale Herausforderungen, die von unklaren Wasserverfügbarkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zu begrenzten Kapazitäten reichen. Ein Fokus liegt dabei auf der Entwicklung neuer Steuerungsmechanismen bei Nutzungskonkurrenzen sowie auf der Rolle von Daten und Digitalisierung für ein nachhaltiges Grundwassermanagement.. Weiterhin präsentieren wir praxiserprobte Lösungsansätze und Strategien, die Behörden bereits entwickelt haben, um mit diesen Herausforderungen umzugehen. Dazu zählen etwa restriktivere Genehmigungsverfahren mit flexiblen Nebenbestimmungen, der Ausbau digitaler Überwachungssysteme, frühzeitige Kooperationsformen mit Antragstellenden sowie verstärkte behördliche Vernetzung. Gleichzeitig wird deutlich, dass Entscheidungen über Wasserrechte Einzelfallentscheidungen bleiben und neben fachlichen Grundlagen auch gesellschaftliche Prioritäten widerspiegeln. Viele Lösungsansätze erfordern daher den Austausch zwischen Behörden sowie zusätzliche Orientierung und Vorgaben auf übergeordneten Ebenen, etwa durch Landesbehörden Die identifizierten Strategien fassen wir in einer Handreichung zusammen, die insbesondere Wasserbehörden eine praxisnahe Orientierung für den Umgang mit klimabedingten Unsicherheiten und Nutzungskonkurrenzen bietet.