Die Handlungsempfehlungen beschreiben Ansätze für ein nachhaltiges, thermisch-hydraulisch-ökologisches Management von urbanen Grundwasserleitern aus hydrogeologischer und raumplanerischer Sicht.
Grundwasser in städtischen Bereichen zeichnet sich durch kleinräumige Diversität und zeitliche Variabilität seiner Beschaffenheit aus. Durch die hohe Dichte der Flächen- und Untergrundnutzung entstehen Nutzungskonkurrenzen im Grundwasser zwischen der Förderung zur Trink- und Brauchwasserversorgung, der Nutzung durch geothermische Anlagen und der übergeordneten Zielsetzung, den qualitativen und ökologischen Zustand des Grundwassers zu erhalten. Dies bekräftigt die Bedeutung und gleichzeitig die Herausforderungen eines vorausschauenden Grundwassermanagements und einer integrativen Planung der Grundwassernutzung.
Der erste Teil der Handlungsempfehlungen richtet sich an Behörden (z. B. Städte und Kommunen), die mit der Überwachung des Grundwasserzustands oder der Genehmigung von Grundwassernutzungen betraut sind. Hier werden u.a. Vorschläge zum physikalisch-chemischen und ökologischen Monitoring, sowie zur Beurteilung der Sauerstoffverhältnisse und der Habitateignung für Grundwasserfauna gemacht.
Der zweite Teil der Handlungsempfehlungen für Planungsträger wurde primär am Beispiel der Projektstandorte Berlin und Karlsruhe entwickelt, in denen die Analysen und Beteiligungsformate durchgeführt wurden. Die aufgezeigten Ansätze und Strategien für die Berliner und Karlsruher Planungsinstrumente sind so aufbereitet, dass sie grundsätzlich auch auf andere Städte, Regionen und Bundesländer übertragbar sind und dort als Orientierung für vergleichbare Planungsprozesse dienen können. Die Analyse der Rechtsgrundlagen bezog die europäische, Bundes- und Landesebene im Vergleich der Bundesländer ein, sodass die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen im Ergebnis Vorschläge für den Bundesgesetzgeber, den Landesplanungsvertrag Berlin/Brandenburg und das Landesplanungsgesetz Baden-Württemberg enthalten.
Daneben wurden ebenfalls Empfehlungen für eine aktive und effektive Umweltkommunikation rund um das Thema Grundwasser und Grundwasserökologie formuliert. Die Erfahrungen mit den verschiedenen umgesetzten Beteiligungsformaten (d.h. Dialoge, Vernetzungstreffen, Citizen Science, usw.) wurden dabei genutzt, um Veranstaltungsformate zu optimieren und so den Austausch zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu fördern.