Das IsoGW-Projekt hat die erste systematische Erfassung der Wasserisotopenwerte (δ18O, δ2H und Tritium) in Deutschland durchgeführt. Daraus wurden für die stabilen Isotope erstmalig deutschlandweite Grundwasser Isoscapes erstellt. Dazu wurde ein Best-Practice Leitfaden für die Anwendung von Isotopenmethoden in der Praxis erstellt. Isotopenmethoden erweitern die bestehenden Möglichkeiten zur Erfassung und Bewertung von Wasserressourcen auf verschiedenen Maßstabsebenen.
Isotopenuntersuchungen im Wasserkreislauf werden seit vielen Jahrzehnten durchgeführt. Insbesondere sind die Verhältnisse der stabilen Isotope des Sauerstoffs (18O/16O) und des Wasserstoffs (2H/1H) sowie die Konzentration des radiogenen Tritiums (3H) im Wasser entscheidend. Diese Isotope sind eine natürliche Markierung des Wassermoleküls und unabhängig von biogeochemischen Interaktionen. Dadurch bilden sie ideale konservative Tracer, um z.B. Mischungsverhältnisse zu berechnen, oder die mögliche Herkunft von Wasser zu bestimmen.
Als wichtigste Trinkwasserressource Deutschlands – und zugleich relevant für Landwirtschaft und Industrie – wird Grundwasser fortlaufend aus einem Teil der Niederschläge neu gebildet. Die Isotopenwerte der stabilen und radiogenen Isotope der Niederschläge finden sich somit im Grundwasser wieder. Isotopenverhältnisse im Grundwasser liefern damit wichtige Informationen für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung. Jedoch wurde bis jetzt keine systematische Erfassung von Grundwasserisotopendaten auf Bundesebene durchgeführt. Somit fehlte den verschiedenen Interessensgruppen, wie Beratungsbüros, Wasserversorgern, politischen Entscheidungsträgern, Fachverbänden oder der interessierten Öffentlichkeit eine wichtige Bewertungsgrundlage.
Das im Rahmen von LURCH geförderte Projekt IsoGW hat hierzu konkrete Werkzeuge weiterentwickelt und veröffentlicht:
- Einen erstmalig verfügbaren, deutschlandweiten Isotopen-Datensatz (δ18O, δ2H und Tritium).
- Auf Geostatistik beruhende deutschlandweit räumlich interpolierte Karten stabiler Wasserisotope (Isoscapes).
- Einen Best-Practice Leitfaden für die Anwendung von Isotopenmethoden in der Praxis.
Die dahinterstehende Datenbank wird in Zukunft über das German Isotope Network (GIN) weitergeführt und ergänzt werden. Alle Karten und öffentlichen Daten sind über das GeoPortal der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in einer dafür im Projekt entwickelten Anwendung abrufbar.