Gestützt auf öffentlich verfügbare Daten lassen sich durch die GIS-basierte multikriterielle Entscheidungsanalyse geeignete Flächen zur Speicherung von Hochwasser in oberflächennahen Aquiferen schnell und belastbar identifizieren.
Die Identifizierung geeigneter Standorte ist eine zentrale Voraussetzung, um Maßnahmen zur gezielten Grundwasseranreicherung erfolgreich umzusetzen. Insbesondere wenn Hochwasser als Ressource genutzt wird, müssen sowohl die hydrogeologischen Eigenschaften der Aquifere als auch die Dynamik angrenzender Fließgewässer berücksichtigt werden.
Im Rahmen des Projekts „Smart-SWS“ wurde zu diesem Zweck eine GIS-basierte multikriterielle Entscheidungsanalyse (GIS-MCDA) entwickelt, die ausschließlich auf öffentlich verfügbaren Daten basiert. Durch die Kombination und Gewichtung von Kriterien aus den Bereichen Aquifereigenschaften, Wasserverfügbarkeit und Landnutzung entstehen räumlich hochauflösende Eignungskarten, die potenzielle Standorte für die Infiltration von Hochwasser in oberflächennahe Aquifere ausweisen.
Die Anwendung des Ansatzes auf die Region Schwaben zeigt das erhebliche Potenzial der Methode: Rund 35 % der Fläche konnten als grundsätzlich geeignet für die unterirdische Speicherung von Hochwasser identifiziert werden. Eine Sensitivitätsanalyse der Gewichtungsfaktoren belegt die hohe Robustheit der Ergebnisse gegenüber methodischen Unsicherheiten.
Damit liefert die GIS-MCDA eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Planung von Managed Aquifer Recharge (MAR)-Maßnahmen und unterstützt die Entwicklung integrierter Strategien zur gleichzeitigen Bewältigung von Hochwasser- und Dürreereignissen. Als skalierbares und datengetriebenes Werkzeug kann der Ansatz dazu beitragen, geeignete Maßnahmen effizient zu priorisieren und die Umsetzung nachhaltiger Wasserbewirtschaftungskonzepte zu beschleunigen.