Der räumlich explizite Wasserknappheits-Fußabdruck

#Wasser-Fußabdruck #Wasserknappheit #Ökobilanz #Umweltbewertung #Wasserverbrauch
Eine globale Karte beschreibt das Phänomen der möglichen Problemverlagerung durch prozessbezogene Nutzung von Ressourcen aus aller Welt, für deren Gewinnung und Weiterverarbeitung Wasser benötigt wird. Auf der Karte zu sehen ist eine Zuckermühle in Brasilien, die für den Anbau von Zuckerrohr, aus dessen Resten auch Elektrizität erzeugt wird, Dünger benötigt. Die Komponenten dafür (Bor, Nitrate, Phosphat, Pottasche und Zink) stammen aus verschiedenen Minen weltweit (als rote Punkte auf der Karte markiert), von denen einige hier beispielhaft als Lieferregionen ausgewählt und mit Pfeilen mit der Zuckermühle verbunden wurden. Die Gewinnung der jeweiligen Ressource hat das Potenzial vor Ort zu regionaler Wasserknappheit beizutragen.
Mögliche Problemverlagerung durch prozessbezogene Nutzung von Ressourcen aus aller Welt, für deren Gewinnung und Weiterverarbeitung Wasser benötigt wird. Auf der Karte zu sehen ist eine Zuckermühle in Brasilien, die für den Anbau von Zuckerrohr, aus dessen Resten auch Elektrizität erzeugt wird, Dünger benötigt. Die Komponenten dafür stammen aus verschiedenen Minen weltweit (rote Punkte), von denen einige hier beispielhaft ausgewählt wurden. Die Gewinnung der jeweiligen Ressource hat das Potenzial, vor Ort zu regionaler Wasserknappheit beizutragen.

Um zu beantworten, wie die Wasserverfügbarkeit für die Elektrizitätsproduktion die globale Energiewende beeinflusst, ist in WANDEL der ökobilanzielle Wasser-Fußabdruck zu einem räumlich expliziten Bewertungsverfahren für den Vergleich prozessbezogener Wassernutzungen weiterentwickelt worden.

Im Projekt WANDEL sollen die Fragen beantwortet werden, ob die Verfügbarkeit von Wasser für die Stromerzeugung die globale Energiewende beschleunigen oder stattdessen behindern kann. Bei nachhaltigen Technologien in der Elektrizitätsproduktion liegt der Fokus oftmals auf der Verringerung des CO2-Fußabdrucks, während andere nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt oft unberücksichtigt bleiben. Eine mögliche Umweltauswirkung ist der Beitrag zu regionaler Wasserknappheit. Aus dieser Perspektive sind Solarwärmekraftwerke in der marokkanischen Wüste ein gutes Beispiel: Die Solarpaneele müssen mit Wasser vom Wüstenstaub befreit werden, während einige ältere Kraftwerke sogar noch mit Wasser gekühlt werden. Wasser ist in der wasserknappen Region aber eine wertvolle Ressource, auf die viele Nutzer, allen voran die lokalen Bewohner und die örtliche Landwirtschaft, angewiesen sind.

Der Wasser-Fußabdruck ist ein vielversprechendes Instrument zur Bestimmung und zum Vergleich des lebenszyklusweiten Wasserverbrauchs verschiedener Systeme auf lokaler und regionaler Ebene vor dem Hintergrund regionaler Wasserverfügbarkeit. Im Projekt WANDEL ist dieses Instrument daher zum Wasserknappheits-Fußabdruck weiterentwickelt worden, einem ökobilanziellen Bewertungsverfahren für prozessbezogene Wasserverbräuche mit räumlich expliziter Bewertung der gesamten Lieferkette vor dem Hintergrund regionaler Wasserknappheit. Die Methode kann überall dort angewendet werden, wo Fachwissen über die Ökobilanz sowie Informationen über prozessbezogene Wasserverbräuche zur Verfügung stehen und bewertet werden sollen.

Die ermittelten Ergebnisse können helfen, Brennpunkte der Wassernutzung entlang von globalen Lieferketten räumlich zu identifizieren und Optimierungspotenziale aufzuzeigen.

Wasser­ressource: Abwasser, Grundwasser, Oberflächenwasser, Prozesswasser, Regenwasser, Trinkwasser
Produkttyp:
  • Managementkonzepte & Bewertungen
Anwendungs­sektor: Industrie, Landwirtschaft, Naturraum Wasser, Städte und Kommunen, Wasserwirtschaft
Fördermaßnahme: GRoW
Projekt: WANDEL

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