Das HypoWave-Konzept in Alentejo, Portugal

#Lebensmittelproduktion #Hydroponik #Wasserwiederverwendung #Nährstoffrecycling #Portugal
Das Bild zeigt zwei Absetzteiche in Albernoa, Portugal. Im Hintergrund sieht man die Landschaft der portugiesischen Region Alentejo, mit ihrer im trockenen Sommer verdorrten Krautschicht.
Aktuell bestehende Absetzteiche in Albernoa. Bildnachweis: ISOE

Das Abwasser eines Dorfes in Südportugal beeinträchtigt die Gewässerqualität des örtlichen Vorfluters. Durch ein hydroponisches System wird die lokale Erdbeerproduktion gestärkt und gleichzeitig die Nährstoffkonzentrationen im Abwasser reduziert. Eine Machbarkeitsstudie bescheinigte die Wirtschaftlichkeit des Umsetzungskonzepts.

Das Abwasser der etwa 800 Einwohner des portugiesischen Dorfs Albernoa bei Évora wird gesammelt und durchfließt einen Absetzteich, bevor es in einen Bach eingeleitet wird. Dieser fällt im Sommer nahezu trocken, wodurch sich die hohen Stickstoffkonzentrationen, die in den Absetzteichen kaum reduziert werden, negativ auf die aquatische Umwelt auswirkt.

Das HypoWave-Konzept bietet eine Lösung für diese Abwasserproblematik, indem es nach einer weitergehenden Behandlung die gelösten Nährstoffe des aufbereiteten Bewässerungswassers in einem hydroponischen System für den Anbau von Erdbeeren verwendet. Dadurch werden zum einen die Nährstoffkonzentrationen im Abwasser verringert. Außerdem kann ein Teil des Bewässerungsbedarf in der örtlichen Landwirtschaft aus dem Ablauf der Hydroponie gedeckt werden.

In einer Machbarkeitsstudie wurde ein Umsetzungskonzept erarbeitet. Aktivkohlefilter und UV-Bestrahlung entfernen Mikroverunreinigungen sowie Pathogene und desinfizieren das nährstoffhaltige Bewässerungswasser. Die Erdbeerpflanzen, die in einem knapp 1 ha großen Gewächshaus in hydroponischen Systemen angeordnet sind, werden mit optimalen Nährstoffbedingungen versorgt und reinigen infolge ihres Wachstums das Abwasser. Die Wirtschaftlichkeit des Projekts ist zum einen durch den Absatz der Erdbeeren und zum anderen durch die Ersparnisse einer alternativen Abwasserbehandlung, Einsparungen durch einen reduzierten Bewässerungsbedarf sowie die verbesserte Gewässerqualität des natürlichen Fließgewässers gegeben. Zusätzlich werden Arbeitsplätze zum Betrieb der Anlage in einem ländlichen Gebiet geschaffen.

Wasser­ressource: Abwasser, Aufbereitetes Wasser
Produkttyp:
  • Leitfäden & Bildungsmaterialien
  • Managementkonzepte & Bewertungen
Anwendungs­sektor: Landwirtschaft, Städte und Kommunen, Wasserwirtschaft
Fördermaßnahme: WavE
Projekt: HypoWave

Kontakt und Partner


Logo Universität Hohenheim
  • Universität Hohenheim,
  • Garbenstraße 13,
  • 70599 Stuttgart
https://www.uni-hohenheim.de

ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung,
Frankfurt am Main
Universität Hohenheim,
Stuttgart
Fraunhofer Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB,
Stuttgart

Mediathek


Diese Seite nutzt Website Tracking-Technologien von Dritten, um ihre Dienste anzubieten. Ich bin damit einverstanden und kann meine Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen oder ändern.

Einstellungen AkzeptierenImpressumDatenschutz